Sichergestellte blanko Dokumente | Foto: Bundespolizei

Berlin – Über 200 Beamte der Bundespolizei, darunter auch Spezialkräfte, vollstreckten heute (09.11.2011) 13 richterliche Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Brandenburg. Um 06:00 Uhr schlugen die Fahnder an 12 Objekten in mehreren Stadtteilen von Berlin und ein Gehöft in Wandlitz (Brandenburg) zu. Auch eine Pizzeria und eine Autovermietung in Berlin Charlottenburg suchten die Ermittler auf. Hintergrund der angelegten Durchsuchungsaktion, sind zwei von der Staatsanwaltschaft Berlin geführte Verfahren wegen gewerbsmäßigen Einschleusen von Ausländern und Verstoß gegen das Waffengesetz.
Die Ermittlungen richten sich im Wesentlichen gegen einen 34-jährigen türkischen Staatsangehörigen aus Berlin- Mitte. Der Mann ist dringend verdächtig, sich Blankodokumente verschafft zu haben. Diese wurden anschließend verfälscht und für die Einschleusung von Ausländern in mindestens drei Fällen genutzt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Beschuldigte zwischen 500 und 3.000 Euro für die Vermittlung der Dokumente verlangt.

Bei den heutigen Einsatzmaßnahmen wurden für das Schleusungsverfahren umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Die Bundespolizisten beschlagnahmten in der Wohnung des 35- jährigen Bruders des Hauptbeschuldigten in Friedrichshain-Kreuzberg über 350 Blankodokumente, darunter Aufenthaltstitel, internationale Führerscheine, vorläufige Reisepässe und Kinderausweise und eine Maschinenpistole aus dem 2. Weltkrieg.

Die Herkunft der Dokumente ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Die Beamten konnten weitere Waffen, Waffenteile und Munition auffinden. Einen hochwertigen Mercedes Benz AMG Cabrio stellten die Ermittler zur Spurensicherung sicher.
Drei weitere Beschuldigte mussten sich heute Vormittag auf der Dienstelle der Bundespolizei einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen.
Die weiteren Ermittlungen dauern an.