Polizei verhaftet Hells Angels Mitglied | Foto: Archiv | Polizei

Vor fünf Monaten, am 10. Juni, kam es in Berlin-Hohenschönhausen zu einem Mordanschlag auf den langjährigen Präsidenten der Hells Angels-Untergruppe „Nomads“, André S..
Am Hinterausgang des Lokals „Germanenhof“ in der Zingster Straße in Berlin-Hohenschönhausen lauerten dem 47-Jährigen die Täter auf und schossen mehrfach aus nächster Nähe auf ihr Opfer. Von sechs Kugeln getroffen wurde Andre S. schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und lag dort zeitweise im Koma. In einer damaligen Pressekonferenz der Hells Angels, nach nur wenigen Tagen des Mordanschlags, berichtete ein Anwalt des Rockers von der gesundheitlichen Besserung des 47-Jährigen. „Am Dienstagvormittag sei er aus dem Koma erwacht und nachmittags bereits ansprechbar. Mittwochvormittag habe er nach einem Fernseher verlangt um das Fußballspiel Deutschland-Holland sehen zu können.“

Medien und Behörden spekulierten als Tatmotiv für den versuchten Mord „interne Streitigkeiten“. Andre S. soll bis dato keinerlei Aussagen gegenüber der Polizei gemacht haben und wolle auch nicht mit den Behörden kooperieren. Dadurch gestalteten sich die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft sehr mühsam.
Die Hells Angels widersprachen den Spekulationen um das Tatmotiv auf ihrer Pressekonferenz vehement: „Was die Behörden und Staatsanwaltschaft behaupten würden, sei eine riesen Hetzkampagne und leere Behauptungen gegen die Hells Angels“, sagte ein führender Rocker-Chef. „Wir wollen nicht als coole Jungs dargestellt werden, Hells Angels MC sind harte Jungs, aber keine kriminelle Vereinigung“, so der Rocker weiter.

In der Vergangenheit ging die Polizei bundesweit immer wieder mit Durchsuchungen und Festnahmen gegen die „Hells Angels“ und verfeindeten Rocker „Bandidos“ vor. Mehrfach wurden beiden Vereinigungen Geschäfte mit Waffen, Drogen und Prostitution vorgeworfen und nachgewiesen.

Ob die beiden heute in Berlin-Wilmersdorf und Altlandsberg festgenommenen Ex-Rocker zu dem Tatvorwurf des „versuchten Mordes“ aussagen werden, ist bislang unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Nachmittag eine Pressekonferenz geben. Es wird nachberichtet.