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Landkreis Ostallgäu/Landkreis Oberallgäu – Erpressung einer Warenhauskette | SEK konnte Täter festnehmen
In dem Erpresserschreiben bei einer deutschlandweit agierenden Warenhauskette wurde von zunächst unbekannter Täterseite die Übergabe eines hohen Euro-Betrags gefordert.

Im Falle einer Nichterfüllung wurde damit gedroht, vergiftete Lebensmittelprodukte über die Warenauslage der betroffenen Warenhauskette in Verkehr zu bringen.
Die geforderte Geldübergabe der Täter in einer Gemeinde im südlichen Landkreis Ostallgäu kam nicht zustande.

Am späten Abend des 10. Februar 2011 kam es im Außenbereich eines Warenhauses in Kempten zu einem Brand. Im Eingangsbereich des Geschäftes abgestellte Paletten sowie diverse Verkaufsgüter wurden vermutlich vorsätzlich in Brand gesetzt. Der Brand konnte rasch gelöscht werden, jedoch wurden Teile des Gebäudes, unter anderem die Dachkonstruktion, nicht unerheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der durch den Brand angerichtete Sachschaden wird aktuell auf mehrere 10.000 Euro geschätzt.

In einem zweiten Erpresserschreiben, das die Warenhauskette am 11.02.2011 erreichte, wurden die Modalitäten sowie der Termin einer neuerlichen Geldübergabe mitgeteilt. Gleichzeitig bekannte sich der bis dato unbekannte Schreiber zur oben genannten Brandstiftung in Kempten.

Im Rahmen der für gestern angesetzten Geldübergabe konnte gegen 11:00 Uhr ein 35-jähriger Tatverdächtiger aus dem südlichen Ostallgäu durch Beamte des Spezialeinsatzkommando (SEK) widerstandslos festgenommen werden.

Zur Klärung des Falles wurde eine Sonderkommission eingerichtet.
Es waren Polizeibeamte der Polizei Schwaben Süd/West, Kempten und Memmingen, Spezialeinsatzkräfte der bayerischen und der österreichischen Polizei, Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes und weitere Unterstützungskräfte im Einsatz.

Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse hat die Staatsanwaltschaft Memmingen zwei Haftbefehle beim zuständigen Ermittlungsrichter beantragt.

Dieser hat heute Nachmittag Haftbefehl gegen den dringend tatverdächtigen 35-Jährigen, wegen versuchter räuberischer Erpressung und einem besonders schweren Fall der Brandstiftung, erlassen.

Er hat die erhobenen Tatvorwürfe in seinen polizeilichen Vernehmungen bereits eingeräumt. Seine Angaben wurden durch die bisherigen Ermittlungen bestätigt.

Gegen die zeitgleich festgenommene 65–jährige Mutter des Tatverdächtigen, die im Landkreis Ostallgäu wohnhaft ist, erging Haftbefehl wegen Beihilfe zur versuchten räuberischen Erpressung.

Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr durch vergiftete Lebensmittel. Laut seinen eigenen Angaben wollte der Täter seine Drohungen nie in die Tat umsetzen.

Quelle: PP Schwaben Süd/West / Staatsanwaltschaft Memmingen | Foto Archiv: © fib | Winfried Ess


Erstmeldung vom 11.02.2011 zum Brand:


Brand vor einem Supermarkt

Kempten – Gestern (11.02.2011) gegen 22:40 Uhr meldete eine Mitarbeiterin eines Verbrauchermarktes einen Brand im Eingangsbereich des Geschäftes. Fast zeitgleich löste die Brandmeldeanlage des Gebäudes aus.
Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen war ein Stapel Papier, der im Eingangsbereich gelagert war, in Brand geraten. Das Feuer griff im Anschluss auf daneben abgestellte Holzpaletten über. Der Sachschaden beläuft sich vermutlich auf mehrere 10.000 Euro. Personen wurden nicht verletzt.
Die Kriminalpolizei Kempten hat die weiteren Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Im Einsatz befanden sich über 30 Rettungskräfte der Kemptener Feuerwehr und zwei Rettungswagen.