SEK - Einsätze

Mutmaßliche Polizistenmörder im Verhör

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Frankfurt/Oder – Ein Jahr nach dem Mord an einem Lauchhammer Polizisten steht das Verbrechen offenbar kurz vor der Aufklärung. Am Freitagmittag (03.12.2010) will die Polizeidirektion Frankfurt/Oder mitteilen, ob die beiden Tatverdächtigen in Haft bleiben oder nicht. Beide Verdächtigen stammen aus Gröditz. Welches Gröditz gemeint ist, sorgte am Donnerstag für Irritationen. Wolfgang Kießling von der Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge bestätigte schließlich, dass die Täter in Gröditz bei Riesa festgenommen wurden. Andere Medien hatten vorher verbreitet, dass die Beamten die Verdächtigen aus einem Dorf Gröditz bei Bautzen abgeführt hatten.

Laut Informationen handelt es sich bei den Verdächtigen um zwei Russlanddeutsche im Alter von 37 und 28 Jahren. Sie wurden am Mittwochmorgen von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) des Brandenburger Landeskriminalamts festgenommen. Auf die Spur gekommen, waren ihnen die Ermittler vermutlich kurz zuvor. „Die Beamten haben 80 Bände Akten mit insgesamt 11.000 Blatt Papier in diesem Fall beschrieben“, sagt die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig. 1000 Hinweisen wurde nachgegangen. Der entscheidende Hinweis sei ein Resultat aus verschiedenen Ermittlungsergebnissen. Erst vor kurzem wurden noch einmal speziell ausgebildete Hunde an den Tatort und an einen Unfallort in Glaubitz und Nünchritz geführt. Ob auch diese Spuren zum Täter führten, blieb gestern noch unklar.

Der Polizist war am 23. November vor seiner Garage in Lauchhammer erstochen worden. Er war nicht im Dienst und trug keine Uniform. Bis zur letzten Festnahme suchte die Polizei mit einem Blitzerfoto nach dem vermutlichen Täter. Er war im Auto des Opfers in Diesbar-Seußlitz geblitzt worden.

Auf frischer Tat | Ein Spezialkommando im Einsatz

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Der Polizistenmord von Lauchhammer schien kurz vor seiner Aufklärung zu sein. Am Mittwoch nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest. Nun kamen sie wieder auf freien Fuß. Ermittler halten aber an ihrem Verdacht fest.

Im Fall des Polizistenmordes von Lauchhammer sind die Ermittler weiter von der Schuld eines 37-jährigen Tatverdächtigen überzeugt. Die Polizei hatte ihn am Mittwoch zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen festgenommen, musste die beiden aber wieder laufen lassen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft, ob sie Beschwerde gegen die entsprechende Entscheidung des Amtsgerichts Cottbus einlegt, sagte Behördenleiter Bernhard Brocher.

Die Haftrichterin hatte es am Donnerstag abgelehnt, einen Haftbefehl gegen einen 37-jährigen Mann zu erlassen. Nach Angaben des Cottbuser Amtsgerichtsdirektors Wolfgang Rupieper besteht bei ihm kein dringender Tatverdacht und die Indizien für einen Haftbefehl reichten nicht aus. Für den zweiten Verdächtigen im Alter von 28 Jahre sei kein Haftantrag gestellt worden. Demzufolge sind beide Männer aus Gröditz im sächsischen Landkreis Meißen wieder auf freien Fuß.

Ein 46-jähriger Polizist war am 23. November 2009 in Lauchhammer getötet worden. Seine Leiche war mit Stich- und Kopfverletzungen vor seiner Garage in Lauchhammer-Ost gefunden worden. Zum Tatzeitpunkt war er nicht im Dienst, er trug keine Uniform. Die Täter flüchteten mit dem Auto des Opfers nach Sachsen. Bei zwei bereits im März vorübergehend festgenommenen Personen aus Lauchhammer hatte sich der Tatverdacht nicht bestätigt. Sie wurden damals ebenfalls wieder auf freien Fuß gesetzt. Für die Aufklärung des Mordes haben Justiz- und Innenministerium eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

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