NRW

Internationale Fälscherbande in Herten festgenommen

Recklinghausen | Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen ist der Kriminalpolizei Recklinghausen ein empfindlicher Schlag gegen eine Bande von Dokumentenfälschern gelungen. Durch Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) konnte bereits am 30.03.2017 die Fälscherwerkstatt des Haupttäters, eines 50-jährigen Mannes in Herten gestürmt und der Kopf der Bande widerstandslos festgenommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Gleichzeitig wurde seine 41-jährige Freundin aus Herne durch Fahnder in ihrer Luxuslimousine beim Verlassen eines exklusiven Reiterhofs in Recklinghausen in Haft genommen. Das dritte Bandenmitglied, ein 35-jähriger Mann, der in Essen wohnte, wurde verhaftet, als er ahnungslos die Fälscherwerkstatt des Haupttäters aufsuchte.

Die Bande war seit mehreren Jahren darauf spezialisiert, Dokumente jeder Art zu fälschen. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen der Ermittler wurden Pässe, Führerscheine, Lohnbescheinigungen, Kontoauszüge und weitere Dokumente aus mehreren europäischen Ländern gefunden. Darüber hinaus befanden sich Haufenweise Blankovordrucke und Passfotos in der Werkstatt. Der 50-Jährige war der eigentliche Fälschungsspezialist, während seine Freundin und der 35-Jährige für die Kundenbeschaffung und Betrugshandlungen zuständig waren.

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Bei den Durchsuchungen wurde eine „Zweigstelle“ der Fälscherwerkstatt im Keller eines Mietshauses in Bochum entdeckt und auch dort eine Vielzahl von Dokumenten und Beweismitteln sichergestellt. Mit den falschen Dokumenten wurden beispielsweise Konten eröffnet, Kredite beschafft oder Autos gemietet, mit denen dann Straftaten verübt wurden. „Inwieweit mit den ausländischen Dokumenten schwerere Verbrechen begangen wurden, muss noch ermittelt werden“, so eine Polizeisprecherin.

Nach bisherigen Schätzungen der Ermittler geht der Schaden in die Millionen, da die Fälscher seit Jahren tätig waren und fast jeden Tag mehrere noch zu ermittelnde Personen sich Dokumente ausstellen ließen. Ermittlungen ergaben mittlerweile, dass auch in anderen Bundesländern die in Herten hergestellten Dokumente bei Straftaten aufgetaucht sind.

Alle drei Täter machten zu den Vorwürfen keine Aussagen und wurden dem Haftrichter in Bochum vorgeführt, der für alle die Untersuchungshaft anordnete.

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