SEK - Einsätze

Polizei und Zoll gelingt Schlag gegen Rockerszene | Verbindungen bis ins Katastrophenschutzamt

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Eisenhüttenstadt – Wieder einmal ist der Polizei ein erheblicher Schlag gegen die Rocker- und Türsteherszene gelungen. Im Rahmen einer geplanten Geldübergabe am Dienstag (29.03.2011) in Eisenhüttenstadt, nahmen Beamte des Spezialeinsatzkommando (SEK) Brandenburg insgesamt sechs Tatverdächtige fest.

Etwa 220 Polizeibeamte des Landeskriminalamtes, der Landeseinsatzeinheit der Brandenburger Polizei und des Zollfahndungsamtes (ZFA) Berlin-Brandenburg waren im Einsatz.

Durchsucht wurden 27 Objekte im Osten Brandeburgs und die Frankfurter Außenstelle gegen Organisierte Kriminalität (OK) ermittelt gegen insgesamt 32 Beschuldigte, zum Teil aus dem Rockerumfeld.

Hauptbeschuldigte sind zwei deutsche Angehörige des Gremium MC von 40 und 35 Jahren sowie ein 56-jähriger rumänischer Staatsangehöriger.

Als Geldeintreiber soll der 56-jährige rumänische Täter aufgetreten sein.

Für eine Vielzahl von Straftaten, erpresserischen Menschenraub, Zuhälterei, Zigarettenschmuggel in großem Umfang (ca.3,5Millionen Zigaretten) sowie mehrfacher Nötigung in und um Eisenhüttenstadt gilt ein 40-jähriger vorbestrafter Angehöriger des Gremium MC. Dieser wurde bereits in der Vergangenheit zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt.

Unter anderem wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im Jahre 2009 einen Diskothekenbetreiber unter Einsatz massiver körperlicher Gewalt genötigt zu haben, Mitglieder des Gremium MC als Türsteher zu beschäftigen.

Darüberhinaus hatte der 40-Jährige eine Bekanntschaft zu einem Beamten im Katastrophenschutzamt des Landkreises Oder-Spree, um z. B. im Zusammenhang mit dem Oderhochwasser 2010 überteuerte Leistungen bei der Beseitigung der Sandsäcke erbringen und abrechnen zu können.

In diesem Zusammenhang wird gegen den namentlich bekannten 48-jährigen Beamten des Katastrophenschutzamtes, sowie zusätzlich gegen einen 43-jährigen vietnamesischen Staatsbürger wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, sowie der Vorteilsannahme und des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern und Urkundsdelikten ermittelt.

Gegen den 35-jährigen Anwärter (sogenannten „Prospect“) des Gremium MC wird wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung in mehreren Fällen und zudem des mehrfachen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ermittelt. So soll er Rauschgift von einem Dealer aus Berlin erworben und in Einzeltranchen in Eisenhüttenstadt weiter verkauft haben. Es ist dabei davon auszugehen, dass der 35-jährige seine Tathandlungen jeweils mit dem 40-Jährigen absprach, der innerhalb des Rockerklubs als sein Mentor agierte.


Bei den Durchsuchungen wurden Betäubungsmittel und Anabolika sichergestellt. Zudem wurden Unterlagen beschlagnahmt, die den Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit, des Betruges und der Untreue erhärten.

Ein weiterer 38-jähriger Beschuldigter aus Eisenhüttenstadt wurde im Rahmen einer Rauschgiftübergabe in Berlin vorläufig festgenommen.

Es ist beabsichtigt, die Festgenommenen unverzüglich dem zuständigen Haftrichter vorzuführen.

Die Ermittlungen des OK-Dezernates des LKA sowie des ZFA Berlin-Brandenburg dauern unter Sachleitung der Schwerpunktabteilung zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität sowie der Abteilung Wirtschaftskriminalität der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) an.

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