SEK - Einsätze

Polizeiführung kritisiert vermummte Beamte bei Steintor-Razzia

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Hannover – Die Zollrazzia am Freitag im Steintorviertel von Hannover hat Kritik seitens der Polizeiführung hervorgerufen. Polizei-Vizepräsident Rainer Langer will das Verhalten der Einsatzkräfte untersuchen, weil diese zum Teil vermummt waren.
Das martialische Auftreten der Polizisten bei der Zollrazzia im Steintorviertel Freitagnacht wird ein Nachspiel haben. Mit Sturmhauben vermummte Beamte der Inspektion Mitte hatten ihre Kollegen vom Zoll bei der Suche nach Schwarzarbeitern in der „Sansibar“ und im „Little Italy“ unterstützt. Polizei-Vizepräsident Rainer Langer kritisierte jetzt das Verhalten der Einsatzkräfte: „Es ist nicht in Ordnung, dass sie vermummt in so einen Einsatz gehen“, sagte er. Ein solches Verhalten entspräche nicht der Philosophie der Behörde, fügte Langer hinzu. „Der Vorgang wird jetzt untersucht“, kündigte der Beamte an. Bislang habe man noch nicht mit dem Vorgesetzten der 16 vermummten Polizisten sprechen können, der dieses Auftreten gebilligt hatte. „Sie können davon ausgehen, dass es sich um einen einmaligen Vorgang gehandelt hat, der sich so nicht wiederholen wird“, erklärte der Polizei-Vizepräsident.

Bei den Beamten, die am Freitag mit Sturmhauben über dem Kopf ihren Dienst verstehen hatten, handelt es sich um ganz normale Streifenbeamte. Sie sehen an anderen Tagen regelmäßig unvermummt und in Uniform nach dem Rechten in dem Viertel. Normalerweise tragen lediglich die Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), die für besondere Aufgaben angefordert werden, eine derartige Maskierung.

Bereits während der Razzia war Unmut über die Polizisten mit den Sturmhauben aufgekommen. „Der Zoll soll hier auf jeden Fall seine Arbeit machen, aber doch nicht so“, kritisierte Frank Hanebuth, Mitgesellschafter der betroffen „Sansibar“ und Chef des hannoverschen Charters der Hells Angels, die Arbeit der Polizei. Als Zollfahnder im März dieses Jahres die Türsteher in Hannovers Amüsierviertel überprüften, sei das vollständig ohne Polizeibegleitung über die Bühne gegangen, erklärte Hanebuth.

Nach Angaben des Zolls waren in der Nacht zu Sonnabend in den beiden Steintor-Etablissements und der Diskothek „Zino“ in der Otto-Brenner-Straße insgesamt 31 Personen überprüft worden. 18-mal hatte sich dabei der Verdacht ergeben, dass mit den jeweiligen Arbeitsverhältnissen etwas nicht in Ordnung ist. „Die Auswertung läuft noch, deshalb können wir noch nicht sagen, in welchem der Betriebe und was genau aufgefallen ist“, sagte Zoll-Sprecher Hans-Werner Vischer. Der Zoll war am Freitag mit insgesamt 18 Beamten bei den sogenannten „verdachtsunabhängigen Kontrollen“ im Einsatz.

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