SEK - Einsätze

SEK nimmt Bankräuber in Neu-Ulm fest

Landkreis Neu-Ulm – Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Neu-Ulm zu einer Serie von Raubüberfällen auf eine Bankfiliale und zwei Discountmärkten stehen kurz vor ihrem Abschluss. Wie aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt mitgeteilt werden kann, nahmen Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus München am späten Abend des 1. April einen 57-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis Günzburg fest, der bei den Taten mehrere Tausend Euro erbeutet hatte.
Die Festnahme ist das Ergebnis von umfangreichen und monatelangen Ermittlungen, welche bereits im Juli 2009 nach einem Banküberfall im Kammeltal (Landkreis Günzburg) ihren Anfang nahmen. Nach zwei weiteren Überfällen auf Discountmärkte im März 2010 im nördlichen Landkreis Günzburg konzentrierten sich die Ermittlungen, nicht zuletzt aufgrund eines konkreten Zeugenhinweises, auf den jetzt festgenommenen 57-jährigen Versicherungskaufmann.

Alexander Resch vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten bestätigte gestern unserer Zeitung, dass nun geprüft werde, ob der Verdächtige auch für noch ungeklärte Überfälle im südlichen Landkreis Illertissen und im angrenzenden Kreis Biberach infrage kommen könnte. In Altenstadt war eine Bäckereifiliale Ziel mehrerer Täter, in Erolzheim ein Discounter.

Auffälliges Verhalten

Der bereits Tatverdächtige hatte sich am 1. April in einem Günzburger Lebensmittelmarkt auffällig verhalten. Da nicht auszuschließen war, dass ein weiterer Überfall geplant sein könnte, wurde in Absprache mit der Memminger Staatsanwaltschaft die Festnahme des Mannes vorbereitet. Da von einer Bewaffnung ausgegangen werden musste, wurde ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zur Unterstützung angefordert. Gegen 22 Uhr drangen die Spezialkräfte in die Wohnung des 57-Jährigen ein und nahmen diesen widerstandslos fest. Beamte der Kriminalpolizei Neu-Ulm durchsuchten die Wohnung und das Fahrzeug des Mannes nach Beweismitteln. Eine Schusswaffe wurde nicht entdeckt. Ein Ermittlungsrichter erließ aufgrund dringenden Tatverdachtes Haftbefehl gegen den 57-Jährigen.

Die Ermittlungen selbst gestalteten sich schwierig, da es zunächst weder konkrete Hinweise noch verwertbare Spuren gab. Die Beamten der Kriminalpolizei Neu-Ulm ließen dennoch nicht locker und führten eine Vielzahl von Befragungen und Ermittlungsmaßnahmen durch.

Nach bisherigen Ermittlungen überfiel der Verdächtige im Juli 2009 eine Bankfiliale im Ortsteil Ettenbeuren in der Gemeinde Kammeltal. Kurz vor Geschäftsschluss betrat der mit einer Sonnenbrille und einem Cap maskierte sowie mit einer Pistole bewaffnete Mann den Schalterraum der Bank und verlangte unter Vorhalt seiner Waffe vom anwesenden 19-jährigen Kassierer die Herausgabe von Bargeld. Nachdem dem Täter ein Geldbetrag von mehreren Tausend Euro ausgehändigt worden war, flüchtete er. Bekannt ist mittlerweile, dass der Räuber in Ettenbeuren in eines der noch gesuchten Fluchtautos stieg, das von einem mutmaßlichen Komplizen gesteuert wurde.

Verdächtiger saß schon im Knast

Ein halbes Jahr später, am späten Nachmittag des 19. März, überfiel ein damals unbekannter Täter einen Discountmarkt in Leipheim und entkam mit den Tageseinnahmen. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen verliefen zunächst ergebnislos. Am 26. März überfiel der seinerzeit unbekannte Täter einen Lebensmittelmarkt in Bubesheim. Der 57-Jährige ist für die Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 1987 wurde der Mann wegen Raubüberfällen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Von der Kripo Neu-Ulm werden in Zusammenhang mit den Überfällen zwei Autos gesucht, die vielleicht als Tatfahrzeuge gebraucht worden sind: Ein Nissan Micra, hell- beziehungsweise türkisfarbig, sowie ein Audi 80, grau- beziehungsweise silberfarbig. Die Autos könnten in den Kreisen Günzburg, Neu-Ulm oder in Ulm abgestellt worden sein und seit längerem unbenutzt herumstehen. Hinweise an die Kripo Neu-Ulm.

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