Auffindesituation von 1Kg Heroin in einer Gartenlaube | Foto: LKA Bayern

Nürnberg – Bereits seit über einem Jahr ermittelt die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei & Zoll (GER-Nordbayern) des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und des Zollfahndungsamtes München (ZFA) unter Federführung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen einen größeren Personenkreis, der im Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung steht.

Umfangreiche Ermittlungen erbrachten Hinweise auf neun Personen aus der Oberpfalz und drei extra aus Weißrussland zur Begehung von Straftaten angereisten Tatverdächtigen. Die Tätergruppe war einzig darauf ausgerichtet, Straftaten zu bege-hen. Neben Diebstahl betrieben die Täter einen umfangreichen Handel mit Betäubungsmitteln, hauptsächlich mit Haschisch und Heroin und vorwiegend im nordbayerischen Raum.

Der GER-Nordbayern gelang gemeinsam mit der Fahndungskontrollgruppe Feucht bereits im Februar dieses Jahres die Sicherstellung von 2,6 kg Heroin und 2,8 kg Streckmittel. Ein 27-jähriger Deutscher aus dem Raum Amberg kam von einer Beschaffungsfahrt aus den Niederlanden, als er an der Rastanlage Kammersteiner Land kontrolliert wurde. Im Tank seines Pkws fanden die Beamten neun vakuumverschweißte Päckchen mit Heroin und Streckmittel sowie geringe Mengen von Kokain und Marihuana. Der 27-Jährige wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Ferner ergaben die Ermittlungen der GER-Nordbayern und der Kriminalpolizei Nürnberg, dass bereits im Januar 2011 ein Einbruch in ein Designer-Outlet-Geschäft in Nürnberg Mitgliedern aus dieser Tätergruppierung zuzuordnen ist. Drei männliche weißrussische Staatsangehörige im Alter von 27, 28 und 40 Jahren entwendeten dabei Markenkleidung im Wert von rund 98.000 Euro. Die Kleidung sollte zum Verkauf ins osteuropäische Ausland gebracht werden. Außerdem fand man bei der Gruppierung Kosmetikartikel und hochwertige alkoholische Getränke im Wert von 2.400 Euro. Die drei Täter wurden auf der BAB A9 bei Bayreuth festgenommen, als sie die Ware gerade ins Ausland bringen wollten. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft.

Aufgrund der Ermittlungsergebnisse beantragte die zuständige Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen die acht restlichen Bandenmitglieder Haftbefehle mit anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen. Diese wurden zeitgleich in den frühen Morgenstunden des 17.05.2011 in Amberg, Neumarkt/Opf., Nürnberg und in den Landkreisen Neumarkt, Straubing-Bogen und Amberg-Sulzbach vollzogen.

Dabei waren der zuständige Staatsanwalt und mehr als 150 Beamte des LKA und des ZFA München, der Kriminalpolizeiinspektion Amberg, der Polizeiinspektion Amberg, der Kriminalpolizei Nürnberg, der Polizeiinspektion Nürnebrg, Spezialeinheiten Nordbayern und der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um sechs deutsche Staatsangehörige mit russischem und kasachischem Migrationshintergrund im Alter von 23 bis 35 Jahren, einen 30-jährigen Armenier und einen 35-jährigen Weißrussen.

Die eingesetzten Beamten stellten in den verschiedenen Anwesen Mobiltelefone sowie umfangreiche schriftliche Unterlagen sicher. Die Auswertung der Gegenstände und Schriftstücke wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mehrere Rauschgiftverstecke entdeckten die Beamten in einer von einem 30-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach betriebenen Saunaanlage. In den Schlupfwinkeln befanden sich noch kleinere Mengen von Haschisch und Marihuana sowie fünf tschechische Pässe, eine tschechische Identitätskarte und ein tschechischer Führerschein. Die Ausweisdokumente werden im Kriminaltechnischen Institut (KTI) des LKA auf Echtheit überprüft.

Zusätzlich fanden die Ermittler bei einem 35-jährigen Deutschen aus Amberg in seinem angemieteten Gartenabteil ein Kilogramm Heroin. Dieses war in mehreren Plastiktüten eingewickelt in einer Gartenlaube versteckt.

Sichergestelltes 1Kg Heroin | Foto: LKA Bayern

Außerdem stellten die Beamten einen schwarzen Mercedes der E-Klasse sicher. Der Pkw gehört einem 35-jährigen Weißrussen, welcher der Gruppierung angehört, aber keinen Wohnsitz in Deutschland hat.

Bei den Vernehmungen legten einige der Tatbeteiligten Teilgeständnisse ab, der Großteil allerdings bestritt die Tatvorwürfe.

Die Festgenommenen wurden gestern und heute dem Ermittlungsrichter in Nürnberg vorgeführt.

 


 

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und des Bayerischen Landeskriminalamtes