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Drohbriefe: Linksextremisten vermuten Racheakt

Berlin | In anonymen Briefen haben mehrere Autonome der linken Szene Drohungen erhalten, dass sie an die Polizei oder Rechtsextreme verraten werden sollen. Mitte Dezember vergangenen Jahres veröffentlichte die Soko „Schwarzer Block“ weitere Fotos und Videos von mutmaßlichen Gewalttätern rund um den G20-Gipfel. Die Linke Szene reagierte mit einer Veröffentlichungswelle von Bildern von Polizisten auf der Internetseite indymedia und drohte darin gleichtzeitig indirekt den Einsatzkräften.

Nun erhielten nach eigenen Angaben der linken Internetseite Indymedia mehrere Personen Drohbriefe: „Der neunseitige Brief, doppelseitig kopiert mit jeweils 3 Lichtbildern pro Seite, enthält Drohungen gegen 42 vollnamentlich erwähnte Menschen. Zu 18 Personen sind Lichtbilder aus erkennungsdienstlichen Behandlungen des Berliner LKA bzw. Personalausweisfotos mit teilweise zutreffenden, meist verleumderischen Kommentaren aus Datenspeicherungen beigefügt.

Wie Innenstaatssekretär Torsten Akmann im Innenausschuss sowie ein Polizeisprecher auf Nachfrage von SE.news bestätigte, ermittle das Landeskriminalamt, wegen der Veröffentlichung und Verstoß gegen das Urheber- und Persönlichkeitsrecht. Weitere Details können aufgrund der aktuellen Ermittlungen nicht genannt werden, erklärte der Polizeisprecher.

Es gibt seitens der Linksautonomen Vermutungen, dass die Angaben in den Briefen „nur aus Polizeikreisen“ stammen können. Der Innenexperte der Linken, Hakan Taş, will das beim Innenausschuss am Montag im Abgeordnetenhaus thematisieren. Absender der Briefe soll das „Zentrum für politische Korrektheit“ sein, dass mit dem Namen auf das „Zentrum für politische Schönheit“ anspielt, das zuletzt mit einem Nachbau des Holocaust-Mahnmals vor dem Haus des Thüringer AfD-Abgeordneten Björn Höcke bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

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