Polizei-News

Großrazzia in der Fanszene von Dynamo Dresden

Nach Straftaten im Zusammenhang mit dem Fußballspiel Karlsruher SC - SG Dynamo Dresden am 14. Mai 2017: Durchsuchungsmaßnahmen in der Fanszene von Dynamo Dresden

Karlsruhe/Dresden | Am Sonntag, 14. Mai 2017 kam es vor dem Fußballspiel der 2. Bundesliga zwischen dem Karlsruher SC und der SG Dynamo Dresden zu einem Marsch aus dem Kreis der Dresdner Fanszene mit zirka 1.500 Personen durch das Karlsruher Stadtgebiet zum Wildparkstadion. Dabei waren die Marschteilnehmer einheitlich mit militärähnlicher Tarnkleidung mit dem aufgedruckten Schriftzug “FOOTBALLARMY DYNAMO DRESDEN” bekleidet. Die vorderste Reihe des Aufzugs präsentierte ein großes Transparent mit der Aufschrift “KRIEG DEM DFB”. Dazu wurden – schwarzen Rauch ausstoßende – Nebeltöpfe eingesetzt, die zusammen mit rhythmischem Trommeln das militante Erscheinungsbild verstärkten. Die den Marsch begleitenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wurden aus der Menge heraus mit Pyrotechnik beworfen und beschossen. Dabei erlitten insgesamt 21 Polizeibeamte schmerzhafte Knalltraumata.

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Auf ein Signal überrannten die Marschteilnehmer am Wildparkstadion mit massiver Körpergewalt die Einlasskontrollen. Auch dabei wurde eine Vielzahl von Ordnungskräften verletzt, teilte die Polizei mit. Zudem konnten unkontrolliert pyrotechnische Gegenstände ins Stadion gebracht werden, die während des gesamten Fußballspiels aus dem einheitlich uniformierten Gästeblock abgefeuert wurden. Dresdner Fans, die ohne einheitliche Tarnkleidung in den Gästeblock kamen, wurden mit Körpergewalt hinausgedrängt.

In der Folge leitete die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz ein. Beim Polizeipräsidium Karlsruhe wurde die Ermittlungsgruppe “Dynamo” gebildet. Anhand der polizeilichen Ermittlungsergebnisse zum Fanmarsch erwirkte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Karlsruhe Durchsuchungsbeschlüsse für 33 Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten, die seit dem frühen Dienstagmorgen vollstreckt werden.
Nach Angaben der Polizei Karlsruhe liegt der überwiegende Anteil der Durchsuchungsobjekte dabei in Dresden und Umgebung. Betroffen sind aber auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und in der Schweiz. Die Maßnahmen richten sich gegen mehr als 20 Tatverdächtige.

Für den Nachmittag plant die Polizei in Dresden eine Pressekonferenz. Es wird nachberichtet.

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