BayernSEK - Einsätze

SEK Einsatz | Überfall auf Bank durch akribische Ermittlungsarbeit geklärt

Symbolfoto | © fib|Winfried Ess

Lalling/ Hengersberg/Bernried/Landkreis Deggendorf  – Der Banküberfall auf eine Filiale der Raiffeisenbank in Lalling vom 18. November 2011 ist dank der intensiven Ermittlungsarbeit der Deggendorfer Kripo geklärt: mit der Festnahme eines Tätertrios in der Nacht von Sonntag auf Montag (27./28.11.2011) und der nachfolgenden Festnahme weiterer dreier Mittäter gelang der Deggendorfer Kriminalpolizei ein schneller und herausragender Fahndungs- und Ermittlungserfolg. Den Beamten gelang sogar noch die Verhinderung eines weiteren Überfalles und die Aufklärung eines versuchten Wohnhauseinbruchs.

Die Ermittlungen zu dem Überfall am 18. November 2011 führte die Kriminalpolizei in enger Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Deggendorf. Bei dem Überfall fertigte eine Überwachungskamera in einem Vorraum auch Aufnahmen von dem Täter, der mit einem auffälligen Motorradanzug bekleidet war. Die Auswertung der Aufnahmen und die Recherchen der Kriminalbeamten führten letztlich dazu, dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Räuber eingeleitet wurde. Über den Vertriebsweg des Kradanzuges konnte zudem ein Motorradhändler ermittelt werden, der wertvolle Hinweise liefern konnte. Durch weitere intensive Nachforschungen kamen die Ermittler den Tatverdächtigen recht schnell auf die Spur.

Bei einem konspirativen Treffen dreier Männer gegen 02.30 Uhr in der Nacht von Sonntag auf Montag (27./28.11.2011) griff die Kripo schließlich zu. Mit Unterstützung zahlreicher Einsatzkräfte sowie einem ebenfalls eingesetzten Spezialeinsatzkommando (SEK) gelang die problemlose Festnahme von drei jungen Männern am Pendlerparkplatz an der Autobahnausfahrt Hengersberg der BAB A 3. Zwei der Festgenommenen, ein 20-jähriger Münchner und 21-jähriger Mann aus dem Landkreis Deggendorf, standen in dringendem Verdacht, am Überfall auf die Raiffeisenbank Lalling beteiligt gewesen zu sein. Bei ihrer Durchsuchung wurden dann auch Geldscheine aufgefunden, die aus dem Bankraub stammen. Der dritte festgenommene 21-Jährige fungierte an diesem Abend als deren Fahrer. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Wagens wurden eine Axt sowie eine Sturmhaube aufgefunden. Die Festgenommenen, die im Lkrs. Deggendorf und in München wohnen, wurden zunächst zur Dienststelle gebracht und sofort umfangreich vernommen. Dabei gaben sie zu, sich in dieser Nacht zu einem Überfall auf eine Spielothek verabredet zu haben. Das Sondereinsatzkommando griff gerade in dem Augenblick zu, als sich das Trio auf den Weg zum Überfall machen wollte.

Über die Aussagen der Festgenommenen und die weiteren Ermittlungen konnte schnell ein weiterer Beteiligter am Bankraub identifiziert werden. Es handelt sich dabei um einen 21-Jährigen aus dem Landkreis Deggendorf, der noch am Montagvormittag an seinem auswärtigen Bundeswehrstandort von der Polizei festgenommen wurde. Zudem nannten die Tatverdächtigen einen 17-Jährigen aus dem Landkreis Deggendorf, der die Tatwaffe – einen Schreckschussrevolver – zur Verfügung gestellt hatte. Es wurde zudem ein weiterer 17-Jähriger genannt, der unmittelbar vor dem Überfall mit einem fingierten Notruf die Polizeistreifen binden sollte.

Die drei Beteiligten am Bankraub waren geständig und gaben an, den Überfall wegen ihrer Geldnot verübt zu haben. Die Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft brachten zudem weitere Details ans Licht. Der 20-jährige Münchner ging mit Kradbekleidung und Helm maskiert und mit dem Schreckschussrevolver bewaffnet in die Bank und beging den Überfall. Gegenüber der Bank wartete sein 20-jähriger Komplize mit seinem BMW der 1-er-Reihe, an dem bereits das hintere Kennzeichen abmontiert war. Die beiden Männer flüchteten nach der Tat in den „Ranzinger Wald“; dort wiederum wartete der dritte Mittäter, der 21-Jährige, in einem weiteren Auto. Das Trio vergrub die Tatkleidung, Beute und die Waffe. In der Nacht kehrten die jungen Männer dorthin zurück, teilten die Beute und verbrannten die Tatbekleidung an der Donau. Der Haupttäter in der Bank beanspruchte die Hälfte der Beute, seine beiden Fahrer erhielten je ein Viertel. Der Lohn für den 17-Jährigen, der die Waffe zur Verfügung gestellt hatte, betrug 200 Euro. Dem 17-jährigen Anrufer bei der Polizei wurden dafür die Schulden, die er bei den 20- und 21-jährigen Bankräubern hatte, erlassen.

Aufgedeckt werden konnte weiterhin auch ein versuchter Einbruch in ein Einfamilienhaus in Bernried in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2011. Hier hatten drei der Männer versucht, mit einem Glasschneider eine Terrassentür zu öffnen. Allerdings hatte dies ein im Haus befindlicher Hund bemerkt und gebellt, woraufhin das Trio abließ und flüchtete.

Am Montag und Dienstag ließ die Staatsanwaltschaft Deggendorf alle sechs Männer bei einem Ermittlungrichter zur Klärung der Haftfrage vorführen. Gegen die zwei Haupttäter, den 20-jährigen Münchner und einen 21-Jährigen aus dem Lkrs. Deggendorf, ergingen Untersuchungshaftbefehle und die Beschuldigten wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert, weitere vier erlassene Haftbefehle gegen die anderen dringend Tatverdächtigen wurden gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der bei dem Banküberfall verwendete BMW der 1-er-Serie wurde beschlagnahmt.

Quelle: PP Niederbayern | Thx goes out to Regina

Themen
zeige mehr
Back to top button
Close

Adblocker erkannt

Bitte deaktiviere den Adblocker. Vielen Dank für Dein Verständnis.