SEK - Einsätze

Beamte des SEK Berlin sollen bei Verhaftung “brutal” vorgegangen sein

Beamte des SEK Berlin | Foto: Archiv

Berlin – Am vergangenen Abend des 18.05.2011 kam es zu einem SEK Einsatz in Berlin-Grunewald bei dem zwei Männer festgenommen wurden, die bei der Festnahme massiven Widerstand leisteten.

Am Dienstag (17.05.2011) hatte ein Unbekannter einen 39-jährigen Autohändler während einer Probefahrt mit einer Schusswaffe bedroht und von diesem eine größere Summe Geld gefordert. Dabei gab der Unbekannte vor, im Auftrag eines Dritten zu handeln und versuchte den 39-Jährigen einzuschüchtern, indem er ihm Details über dessen Familie berichtete.

Aus Angst um seine Angehörigen fuhr der Bedrohte mit dem Täter zu einer Bankfiliale und hob eine dreistellige Summe Bargeld ab, die er aushändigte. Anschließend wurde er aufgefordert, sich in den nächsten Tagen bereit zu halten, da man erneut auf ihn zukommen werde, um weiteres Geld zu fordern. Anschließend ließ der Täter sein Opfer seinen Weg fortsetzen.
Der Autohändler erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei Berlin.

Am gestrigen Abend gegen 21 Uhr bestellten die Täter den 39-jährigen Geschädigten zu einer weiteren Geldübergabe in die Hubertusallee.
Da die Täter den 39-Jährigen bereits am Vortag mit einer Schusswaffe bedroht haben, wurden Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommando (SEK) Berlin, zum Übergabeort entsandt, da akute Gefahr für das Opfer und Unbeteiligte bestand.


Das die Polizei mit Ihrer Einschätzung der Lage und Vorgehensweise richtig lag, zeigte die Festnahme der zwei 23-jährigen Tatverdächtigen.
Beide Männer leisteten bei ihrer Festnahme erheblichen Widerstand indem sie, während sie bereits am Boden lagen, in Richtung der Spezialkräfte schlugen und traten. Einer der Männer führte eine scharfe und geladene Schusswaffe bei sich, an die er bei der Festnahme heranzukommen versuchte.

Ein der Polizei noch unbekannter Zeuge hatte sich bereits gestern Abend an den Tagesspiegel gewandt und von einem aus seiner Sicht unverhältnismäßigen Vorgehen der festnehmenden SEK-Beamten berichtet.
Dem Tagespiegel berichtete der Augenzeuge das er und seine Ehefrau sich in Höhe einer gegenüberliegenden Trattoria befanden, “als plötzlich mehrere Männer zwei bis drei am Boden liegende Männer überwältigten und auf sie einschlugen und eintraten”
“Wir waren schockiert, wie brutal die bereits wehrlosen und am Boden liegenden Männer malträtiert worden sind”, sagte er gegenüber dem Tagespiegel.
“Die Männer sind sogar noch einmal zurückgekommen, um nachzutreten. Das grenzte schon an Misshandlung”, so der Zeuge weiter aus seiner Wahrnehmung.

Gedenktafel des getöteten Berliner SEK Beamten

Das es bei Festnahmen bewaffneter Täter durch Spezialkräfte der Polizei auch zu tödlichen Übergriffen kommt, zeigte erst vergangenes Jahr der SEK Einsatz in Neuwied. Hierbei wurde der 42-jährige Polizeioberkommissar Manuel K. des SEK Rheinland-Pfalz durch einen Rocker der Hells Angels erschossen.

Fast genau vor acht Jahren wurde der 37-jährige Roland K., Angehöriger des SEK Berlin, bei einem Einsatz in der Kienitzer Straße in Neukölln von einer Kugel in den Kopf tödlich getroffen.

 

Bei der Polizei hat sich der Augenzeuge vom gestrigen SEK Einsatz bisher noch nicht gemeldet und wird dringend gebeten dieses nachzuholen, sagt ein Polizeisprecher.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe und Anfrage des Tagesspiegels an die Berliner Polizei, hat diese ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet.

Die Beamten des SEK hatten schon unmittelbar nach dem Einsatz Anzeige gegen die beiden Festgenommenen wegen versuchter Körperverletzung sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte erstattet. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen werden beim Landeskriminalamt geführt.

Während einer der gestern Abend festgenommenen Täter bereits unmittelbar nach der Festnahme vernommen wurde, musste der zweite ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden. Während ihrer Vernehmungen benannten die Männer einen 28-Jährigen als Auftraggeber der Tat. Bei diesem handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter des Autohändlers, welcher wenig später in der Corker Straße in Wedding vorläufig festgenommen werden konnte, seine Tatbeteiligung jedoch bestreitet. Durchsuchungen an den Wohn- und Aufenthaltsanschriften der drei mutmaßlichen Täter führten zum Auffinden von Beweismitteln für die Tatbegehung.
Die Festgenommenen werden einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls wegen räuberischer Erpressung vorgeführt.

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13 thoughts on “Beamte des SEK Berlin sollen bei Verhaftung “brutal” vorgegangen sein”

  1. Wenn jetzt noch einer behauptet die SEK Beamten wären brutal gewesen, dann frage ich mich was Polizeibeamte noch alles mitmachen müssen.
    Freitag 20.05.11
    Drei Polizisten bei Festnahme zusammengeschlagen

    Beim Versuch, einen mutmaßlichen Drogenhändler festzunehmen, sind am Freitag drei Polizisten in Kreuzberg verletzt worden. Dabei wurden sie von zwei Männern im Alter von 22 und 24 Jahren mit Reizgas besprüht und geschlagen, teilte die Berliner Polizei mit.

    Während die Polizisten die Identität der beiden Verdächtigen bei der Festnahme in der Reichenberger Straße feststellten, entriss einer von ihnen einer Kommissarin den Pass, während der zweite die Polizisten mit Reizgas besprühte und auf sie einschlug.

    Dem Duo gelang zunächst die Flucht. Die Beamten erlitten akute Augenreizungen, Kieferprellungen und verstauchte Fingern. Sie wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Nach weiteren Ermittlungen konnten dann die zwei Brüder festgenommen werden. Der ältere von ihnen ist als sogenannter Intensivtäter bei Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt.

    1. Die Einsätze Videografieren, so wie ich es in einem Dokumentarfilm von der GSG9 gesehen habe.
      Aus so einer Aufzeichnung sollte dann offenbar werden, dass der-die Täter sich wirklich so wehement gegen die Festnahme gewehrt haben und vor allen Dingen, dass der eine Täter nach einer Waffe greifen wollte – bzw. auch tatsächlich eine so wirkungstaugliche bei sich hatte !

  2. Ich finde wenn es um die Festnahme von bewaffneten Kriminellen geht sollte die Polizei noch viel härter vorgehen. Meiner Meinung nach ist es überhaupt nicht schlimm wenn ein bewaffneter Täter der auch noch Widerstand leistet und versucht seine Waffe gegen die Polizei einzusetzen sofort erschossen wird. Je härter die Polizei in solchen Fällen vorgehen würde umso größer wäre die Wahrscheinlichkeit das sich Kriminelle nicht mehr trauen sich gegen eine Festnahme zu wehren.

  3. @ anonymous

    Die Einseitigkeit Ihrer Ausführungen pro Polizei, nicht nur in diesem Kommentar, und die unreflektierten Forderungen nach mehr Härte fällt auf.

    Werden Sie für Ihre Kommentare bezahlt?

    1. @willi wichtig

      Selbstverständlich werde ich dafür bezahlt. Ich bekomme pro Kommentar 100.000.000 US $ denn sonst würde ich so was nicht schreiben.

      …leider werde ich nicht für Kommentare bezahlt. Wenn ich dafür auch noch Geld bekommen würde dann würde ich doch viel mehr schreiben um noch mehr Geld zu verdienen. Ich habe nur eine sehr starke Abneigung gegen jeden der kriminell ist.

  4. kriminelle sollten auch behandelt werden wie kriminelle wer leute erpressen kann kann bzw. sollte auch ein paar schläge einstecken können

    einfach an die wand stellen solche leute

  5. Ein sehr komplexes Thema, mit vielen Blickwinkeln und verständlichen Einschätzungen.
    Nur mit dem letzteren Beitrag kann ich mich nicht anfreunden!
    Lieber Kai,
    mal abgesehen von der stark geschichtlichen Belastung deines Schlusssatzes, ist dieser in keinster weise mit dem zu vereinbaren, für “das” gerade diese Männer in Schwarz ihr Leben aufs Spiel setzen! Weiterhin ist es immer einfach zu pauschalisieren und somit Distanz zum Einzelnen zu schaffen. Krimineller ist nicht gleich Krimineller und bestrafen sollten nicht Vollzugsbeamte sondern Staatsanwalt und Richter.

    Meine Meinung:

    Wir alle Leben in einer Gemeinschaft, durch die es viele extra “Freiheiten” , aber auch Grenzen gibt. Jedem ist es freigestellt diese Gemeinschaft zu verlassen, wenn er sich mit den Gegebenheiten nicht identifiziert. Wenn sich nun ein Teil der Gemeinschaft entschließt über diese gerade genannten Grenzen zu treten, muss er damit rechnen in die “Schranken” gewiesen zu werden. In der Regel passiert dies durch Polizeikräfte. Wenn man nun meint sich selbst dann nicht am Reimen reißen zu können, wenn einen mehrere schwarz gekleidete Männer, böse durch die Visiere ihrer Helme anschauen, denke ich auch, das dass letzte Mittel der Exekutive ebenfalls zu härteren Mitteln greifen darf, um die Situation zu “entschärfen”. Damit meine ich nicht das kompromisslose Erschießen, einer person die wild um sich schlägt!
    Falls die oben beschriebenen Beamten, tatsächlich zurück gekommen sind, um die bereits fixierten Täter (falls sie es denn wirklich waren :s) zu treten, finde ich es nicht falsch , sonder viel mehr unprofessionell.

    Langer Text kurzer Sinn. Die Polizei brauch Grenzen in ihrer Macht, auch deren Elite!
    Aber kein Polizist muss sich durch zu mildes eingreifen selbst einer höheren gefahr aussetzen, um es für den gerade zu schauenden Nachbarn ansehnlicher zu machen, oder gar einer Anzeige auszuweichen.

    Meinung und Kritik erwünscht.

    MFG Freshbeat 😉

  6. Es ist schon erschreckend was hier geschrieben wird.

    Meiner Ansicht nach hat der Gesetzgeber klar die Regeln aufgeführt. Demnach steht den Polizeibeamten -egal welcher Einheit- in “keinem” Fall zu, selbst zu richten. Bestrafen darf somit nur die Gerichtsbarkeit. Das macht unsere Rechtsordnung ja so populär.
    Das gilt vor allem für die, die von den Mitbürgern einfordern sich an Gesetze zu halten.

    Das es auch unter Polizeibeamten nicht unhäufig entsprechende Übertritte -besonders bei Festnahmen- gibt, dürfte selbst hier unstrittig sein. Dafür gibt es genügend Beispiele.
    Wenn also der Vorwurf da ist bei einer Verhaftung übers Ziel hinausgeschossen zu sein, ist es opportun die Sache “korrekt” aufzuklären -ohne Ansehen der Personen. Hierbei steht eindeutig die Reputation auf dem Spiel, auch wenn durch viele andere Beispiele man als Politeibeamter den Eindruck gewinnen kann unangreifbar zu sein!

    Das bedeutet nicht, sich deshalb in Gefahr bringen zu müssen, sondern nur die Verhältnismäßigkeit zu achten.

  7. Ich möchte nicht beurteilen, ob das Verhalten der SEK-Beamten unprofessionell war.
    Aber es steht fest, SEK´ler unsere Helden sind auch nur Menschen.
    Wenn man ständig mit solche kriminellen Energien zu tun hat, oder sein eigenes Leben durch solche Täter in Gefahr bringt, ist es menschlich verständlich das die SEK-Beamten so reagiert haben.
    Es gibt es soganntes Resonanz-Gesetz,
    Agressionen werden mit Gegenagressionen beantwortet,
    Brutalität wird mit Gegenbrutatlität beantwortet.
    Daher ist es menschlich verständlich, das die Beamten so reagiert haben, wieviele unschuldige Menschen mußten durch solche kriminellen Täter ihr Leben lassen.
    Poliz

  8. ich möchte nicht als “Unschuldiger” einmal solch einer Situation ausgesetzt sein.
    Es gab vor kurzem einen Einsatz SEK? wo eine Familie mit Kindern fälschlicherweise Opfer eines Einsatzes wurde. Der Familienhund wurde dabei erschossen. soweit ich vernahm wurde sich dafür nicht mal entschuldigt!
    Das Kind wurde aus dem Schlaf gerissen, spätestens hier hätte man merken müssen das der Auftrag hier zu stürmen nicht richtig gewesen sein dürfte. Das Kind hat ein Trauma erlitten! Sowas darf einfach nicht passieren dafür hab ich einfach kein Verständnis!
    Bitte achtet Familien mit kleinen Kindern und man hätte hier sofort abrechen müssen! Ich achte den Einsatz der SEK und freue mich das es euch gibt. Aber bitte nicht so bitte nicht! Und es darf auch kein nachtreten geben auf schon festgenommene Personen!
    Das Vertrauen geht verloren in die Moral einer solchen Truppe!
    Wir brauchen euch und wollen Euch aber bitte bleibt menschlich gerade auch weil ihr unerkannt bleibt unter eurer Tarnung!
    Danke!

  9. Ob SEK oder MEK oder andere Einheiten. Sind Beamte maskiert, kommt es doch sehr oft zu brutalen Übergriffen. In Thüringen wurden, bereits in Handschellen, festgenommene Straftäter von den Beamten geschlagen. So etwas wird es immer wieder geben. Grund dafür ist auch, das Sie letztendlich machen dürfen was sie wollen. Am Ende steht immer die Frage, wer hat denn zugeschlagen. Waren ja alle maskiert.
    Schlimm ist nur, das sie somit auch nur noch Straftäter sind, welche jedoch von der Staatsanwaltschaft gedeckt werden. Menschen ist Mensch…

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