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Ulbrichts kündigt Weltneuheit in Sachen Kopfschutz an

Berlin | Auf dem Europäischen Polizeikongress erläuterte der Geschäftsführer von Ulbrichts Protection, Georg Scharpenack, die Notwendigkeit und Anforderungen eines ballistischen Schutzhelmes für Polizisten nicht nur innerhalb der Spezialeinheiten, sondern auch im Streifendienst oder bei Demonstrationen. „Polizisten im Streifendienst sind immer die ersten, die vor Ort sind und sie erwartet das Unerwartete. Deswegen brauchen sie auch den Schutz vor dem Unerwarteten“, betonte Scharpenack. Immer öfter ergeben sich neue Bedrohungsszenarien für die Einsatzkräfte auf der Straße. Diese reichen von terroristischen Anschlägen, Amoklagen oder auch der gestiegen Gewalt gegenüber Polizisten wie u. a. beim G20 Gipfel oder der Schießerei in Konstanz.

Daher sei es wichtig, die Einsatzkräfte optimal vor schweren Kopfverletzungen und Traumata zu schützen. „Die Menschen die uns schützen, verdienen ebenso einen professionellen und hochwirksamen Schutz für sich. Daher ist es unser Ziel, genau solchen Schutz den Einsatzkräften bieten zu können„, verdeutlichte Scharpenack gegenüber SEnews.

Weltweit erster wirksamer VPAM-6-Kopfschutz

Anlässlich der Polizeifachmesse GPEC (General Police Equipment Exhibition & Conference) vom 20.02. bis 22.02.2018 in Frankfurt am Main wird Ulbrichts Protection den weltweit ersten wirksamen VPAM-6-Kopfschutz zeigen, sagte Geschäftsführer Georg Scharpenack gegenüber SEnews. Das neue Schutzlevel soll durch die Kombination eines Titanhelms (VPAM 3 bzw. VPAM 4+) mit einem Stirnschild erreicht werden. Durch das Schild wird die Helmschale im besonders gefährdeten frontalen Kopfbereich verstärkt. Dieses System sei in der Lage, ein Projektil aus einer Kalaschnikow zu stoppen und die Geschossenergie auf ein Minimum zu reduzieren, sodass der Träger des Helmes mit großer Wahrscheinlichkeit den Angriff überlebe, so Hersteller Ulbrichts.

Weltweit erster VPAM-6-Kopfschutz bestehend aus Stirnschild und Titan-Aramid-Helm (Hybrid) der Prüfstufe VPAM 4+

Von der Neuentwicklung sollen nicht nur die Spezialeinheiten der Polizei und des Militärs, sondern auch Streifenpolizisten profitieren verspricht der Hersteller. Das österreichische Unternehmen Ulbrichts stattet seit vielen Jahren neben den deutschen Spezialeinsatzkommandos (SEK) u. a. auch die BFE+ der Bundespolizei sowie das EKO Cobra aus – SEnews.  – berichtete.  Aktuell seien nach Angaben von Scharpenack ebenfalls zwölf Landespolizeien in Deutschland mit sogenannten „First Responder Helmen“ ausgestattet worden.

Kalaschnikow: Hohe Feuerkraft als technische Herausforderung

Kalaschnikow-Sturmgewehre gelten aufgrund ihrer weltweiten Verbreitung als ernstzunehmende Bedrohung bei Terroranschlägen. Häufigste Munition ist das extrem durchschlagsstarke Kaliber 7,62 x 39 Eisenkern, welches gemäß der Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM) der Prüfstufe 6 zugeordnet ist (VPAM 6). Aufgrund der enormen Geschossenergie von Waffe und Munition war bislang kein wirksamer Kopfschutz am Markt verfügbar. „Wirksam heißt, dass nicht nur das Projektil zuverlässig gestoppt wird. Genauso wichtig ist, dass der Helm ein tödliches Trauma beim Helmträger verhindert„, erläuterte Georg Scharpenack. Experten haben einen Restenergiewert von 25 Joule definiert und in Richtlinien festgeschrieben (z.B. VPAM HVN 2009). Dieser darf im Beschusstest nicht überschritten werden, da sonst irreversible bzw. tödliche Kopfverletzungen drohen. In Kombination mit einem Titan- oder Titan-Aramid-Helm (Hybrid) soll das neuentwickelte Ulbrichts-Stirnschild in der Lage sein, die Geschossenergie eines Kalaschnikow-Projektils (7,62 x 39 Eisenkern) von über 2000 Joule und einer Geschwindigkeit von rund 720 Metern pro Sekunde auf deutlich unter 25 Joule zu reduzieren. Ein frontaler Kopftreffer soll damit überlebbar werden.

Stirnschild lässt sich modular verwenden und nachrüsten

Der rund 500 Gramm schwere Zusatzschutz lässt sich im Einsatzfall innerhalb von Sekunden befestigen bzw. abnehmen. Mithilfe einer Klettverschlussfläche wird er sicher befestigt. Diese Technik erlaubt es, alle Ulbrichts-Titanhelme nachträglich mit dem Stirnschild auszurüsten und damit ihr Schutzlevel von VPAM 3 bzw. VPAM 4+ nochmals deutlich auf VPAM 6 zu erhöhen.

Andere Hersteller testen ebenfalls Stirnschild

Doch auch andere Hersteller ballistischer Schutzhelme setzen auf nachträglich anbringbare Stirnplatten. So präsentierte Busch PROtective im vergangenen Jahr im Rahmen des Special Forces Workshop ähnliche Stirnplatten, die einem Beschuss verschiedener Kaliber aus geringer Distanz standhalten sollen.

Beschuss eines Visiers eines Bush PROTective Helmes im Rahmen des 9. SFW. Links eine Stirnplatte. Foto: © Tomas Moll

Jedoch nicht in der VPAM 6 Schutzklasse.

Die Anmeldung zum Patent laufe und wir hoffen, den Einsatzkräften in Kürze einen noch besseren Schutz gegen Bedrohungen und Beschuss bieten zu können, wie wir es seit vielen Jahren erfolgreich machen„, sagte Geschäftsführer Scharpenack.

Weiterentwicklungen des Kopfschutzes

Das österreichische Unternehmen Ulbrichts Protection will jedoch noch einen Schritt weitergehen und einen ersten Einsatzhelm für Hundertschaftseinheiten mit ballistischer Schutzwirkung (VPAM2) anbieten, der vergleichbar vom Gewicht dem der aktuellen Schlagschutzhelme ist. Mit dem ‚Ulbrichts Optio‘ sollen Einsatzkräfte auf Demonstrationen nicht nur vor Flaschen- und Steinwürfen sondern sogar vor Beschuss geschützt sein.

Der OPTIO F1100 Offen mit VPAM 2 Schutz | Foto: © SEK-Einsatz.de/Ulbrichts

SEnews. wird in Kürze die Neuheiten detailliert vorstellen. Sie wollen Sich selbst ein Bild von den Produkten machen?

Besuchen Sie die Ulbrichts Protection GmbH auf der GPEC 2018 in Frankfurt am Main

Halle/Hall: 11.1 | Stand/Booth: D134

Besuchen Sie die Buschs PROtective GmbH auf der GPEC 2018 in Frankfurt am Main

Halle/Hall: 11.1 | Stand/Booth: E119

 

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